Gast Künstlerin bei SFArte 2026

Stine Günther

Schrift als Ausdruck und Bild Schrift begleitet mich seit meiner Kindheit. Schon früh faszinierte mich ihre besondere Ästhetik - die Formen, Rhythmen und Bewegungen von Buchstaben. Ich liebte es, die Schrift aus dem Gesangbuch nachzuahmen oder meinen eigenen Namen in Sütterlin zu schreiben. Aus dieser frühen Begeisterung ist eine anhaltende künstlerische Auseinandersetzung mit Schrift und ihren vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten entstanden. In meiner Arbeit begreife ich Schrift nicht ausschließlich als Träger von Information, sondern als eigenständiges bildnerisches Element. Handschrift, historische Schriften, moderne Typografie, Buchdruck und Stempel eröffnen ein vielseitiges Feld zwischen Zeichen, Struktur und Abstraktion. Mich interessiert dabei insbesondere der Moment, in dem Schrift ihre eindeutige Lesbarkeit verliert und sich zu einer visuellen Sprache entwickelt. Schrift darf fragmentiert, überlagert, verdichtet oder aufgelöst sein. Sie muss nicht immer gelesen werden, um verstanden oder empfunden zu werden. Vielmehr geht es mir um ihre unmittelbare Wirkung - um das, was zwischen Zeichen und Betrachter entsteht. Im besten Fall berührt Schrift nicht über ihre Bedeutung, sondern über ihre Atmosphäre, ihre Bewegung und ihre emotionale Präsenz. Farbe ist dabei ein wesentlicher Bestandteil meiner künstlerischen Sprache. Kräftige, leuchtende Farbtöne und gezielt eingesetzte Neonakzente können Energie, Spannung und Lebendigkeit erzeugen. Ebenso reizt mich die Zurückhaltung einer reduzierten Farbigkeit, in der gedeckte Töne ihre eigene Tiefe und Ruhe entfalten. Meine Arbeiten entstehen aus dem Wechselspiel von Schrift, Farbe, Material und Intuition. Zwischen Ordnung und Auflösung, zwischen Überlagerung und Reduktion suche ich nach einer Bildsprache, die nicht alles erklärt, sondern Raum für Wahrnehmung und persönliche Interpretation lässt. Dabei ist jede Arbeit auch eine Momentaufnahme: geprägt von der Stimmung, der Wahrnehmung und dem Ausdruck des Augenblicks. Schrift wird zum Bild - und das Bild zu einer Sprache, die nicht unbedingt gelesen, sondern vor allem empfunden werden möchte. SFArte. --.

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Stine Günther
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